Dachbegrünung ist mehr als nur ein Accessoire auf Gebäuden. Sie schützt Dächer, kühlt Städte, speichert Regenwasser und fördert Biodiversität. Wie die Umsetzung – auch für private Einfamilienhäuser – funktioniert, erklärt Experte Markus Luschin.
Dachbegrünung ist mehr als nur ein Accessoire auf Gebäuden. Sie schützt Dächer, kühlt Städte, speichert Regenwasser und fördert Biodiversität. Wie die Umsetzung – auch für private Einfamilienhäuser – funktioniert, erklärt Experte Markus Luschin.
Städte werden immer dichter bebaut, Hitzeinseln nehmen zu, versiegelte Flächen unterbrechen natürliche Verdunstungskreisläufe. Eine wirksame Antwort darauf: Dachbegrünung: Sie speichert Wasser, schützt Gebäude, schafft Lebensräume für Pflanzen und Tiere und steigert das psychische Wohlbefinden. Wieso das Konzept trotz schlagender Vorteile noch nicht so richtig Fuß gefasst hat? „Zum einen müssen Brandschutzauflagen und Bauvorschriften berücksichtigt werden“, erklärt Markus Luschin vom Verein „GrünStadtSymposium“. Zum anderen stellt der Standort Tirol besondere Anforderungen. „In Ländern mit hoher Luftfeuchtigkeit wie China oder Japan funktionieren Dach- und Fassadenbegrünungen sehr gut. In Tirol ist der technische Aufwand ein ganz anderer.“
Unmöglich sei es deshalb aber keineswegs. „Früher hatte jeder Bauernhof Spalierobst. Das ist Fassadenbegrünung.“ Sie schützt vor Hagel, liefert Ertrag, fördert Biodiversität, kühlt und schont das Gebäude.
Besonders gut eignen sich Flachdächer, da sie Wasser effizient speichern können. Gerade bei Hochwasserereignissen kann das eine große Entlastung für die Kanalisation bedeuten.
Kostensparer
„Ein einfaches Gründach mit Sedum, Gräsern oder Kräutern liegt bei etwa 50 bis 60 Euro netto pro Quadratmeter Dachfläche. Entscheidend ist, es von Anfang an einzuplanen. Wird die Begrünung nachträglich umgesetzt, steigen die Kosten rasch auf über 100 Euro pro Quadratmeter“, erklärt Luschin.
Regelmäßige Pflege bleibt dennoch notwendig. Bonus: Das Dach wird aktiv geschützt und die Abdichtung hält mindestens doppelt so lange. Carports profitieren ebenfalls, da die Begrünung die Hitze deutlich reduziert: „Unten, wo das Auto steht, hat es dank der Dachbegrünung maximal 40 Grad“, so Luschin.
Markus Luschin ist selbständiger Berater für Begrünungstechnik – hier am Dach der TIROLER VERSICHERUNG (Foto: Gerhard Berger)
Text: Barbara Kluibenschädel.
Der Bericht wurde leicht gekürzt und erschien erstmals im Grün-Magazin Nr. 4, nachzulesen hier.
Wie schaut diese Begrünung in der Praxis aus? Lesen Sie hier weiter.