Die finanziellen Schäden aus den der Erderwärmung geschuldeten Extremwetterereignissen in Österreich sind nicht nur enorm, sie steigen auch massiv an: Im Jahr 2023 sorgten die Schätzungen von erstmals über einer Milliarde Euro Schaden in Österreich durch Stürme, Hagel, Starkregen und deren dramatischen Folgen für Staunen. Im Folgejahr stiegen die österreichweiten Schäden bereits auf über 1,7 Milliarden Euro, vor allem Überschwemmungen im Tullnerfeld in Niederösterreich und in der Obersteiermark waren hier Kostentreiber. Die volkswirtschaftliche Dimension dieser Katastrophen ist also nicht mehr zu leugnen – und auch wenn knapp 70 Prozent der Österreicher*innen laut eine Befragung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) Sorge haben, dass Naturkatastrophen weiter zunehmen, und fast 80 Prozent bereit sind, persönlich zu verzichten, um die Erdüberhitzung zu stoppen, müssen Schutzmaßnahmen jedenfalls auch individuell ergriffen werden.
WISSEN SCHÜTZT VOR KATASTROPHEN
Denn abseits klassischer wasser- oder hangnaher Gebiete, die immer schon von Wasser, Lawinen und Hangrutschen bedroht waren, wissen viele Menschen nicht, ob sie in einer Gefahrenzone leben und in welcher: In Tirol wird die attraktive topographische Lage mit vielen Bergen, Tälern und Flüssen, die unter anderem den Tourismus als eine der wirtschaftlichen Lebensadern des Landes ermöglicht, häufig zum Bumerang. Umso wichtiger ist es, sich niederschwellig über die eigene Situation informieren zu können. Für einen Überblick über Naturgefahren und eine Risikoeinschätzung für ganz Österreich gibt es die Plattform HORA (Natural Hazard Overview and Risk Assessment bzw. Hochwasser-Risikozonierung Austria).
HOCHWASSERPOTENZIALE IM 3D-MODUS
Das international mehrfach ausgezeichnete Projekt, das nach dem Jahrhunderthochwasser 2002 ins Leben gerufen wurde, ist seit 2006 als Onlineinstrument für jede und jeden verfügbar und kann seit 2014 neben Hochwassergefahren auch jene durch Erdbeben, Rutschungen, Blitz, Hagel und Schnee darstellen. 2025 wurde die Seite deutlich verfeinert und macht Risiken erstmals auch in 3D sichtbar: Die Gefahrenquelle Hochwasser für die eigenen vier Wände kann hier bis auf große 3D-Aufrisse einzelner Gebäude genau dargestellt werden. Über 40.000 Flusskilometer und ihre Uferbereiche werden dabei dargestellt und im Hintergrund mit aktuellen Daten wie Pegelständen und Wetterprognosen gefüttert. 2022 wurde HORA (hora.gv.at) erstmals über 500.000-mal aufgerufen. Anonym und kostenlos kann auf der Website durch Eingabe der eigenen Adresse und durch klickbare Karten jedes der genannten Gefahrenpotenziale erfasst und abgebildet werden.